Schon als Kind interessierte ich mich für alles
elektrische. Als sechsjähriger tauschte ich mit einem Klassenkameraden
Süßigkeiten gegen ein defektes Taschenradio. Noch am gleichen Tag
funktionierte das Radio wieder, und ich experimentierte fleißig damit rum
(z.B. habe ich den Flugfunk abgehört und einen zusätzlichen Lautsprecher
angeschlossen). Als ich gerade lesen konnte (2. Klasse Grundschule),
gingen wir mit der Klasse in die Bibliothek, und das erste Buch was ich
mir auslieh, handelte über Elektronik. Zu Weihnachten wünschte ich mir
dann Leuchtdioden und Widerstände, und da mein Vater mir sogar ein
Sortiment Transistoren und Kondensatoren schenkte, konnte ich dann einen Wechselblinker aka
"monostabile Kippstufe" bauen (ich war damals gerade 8 Jahre
alt). Mir konnte damals keiner bei meinen Experimenten helfen, da sich
niemand in meiner Familie mit Elektronik auskannte. Auch fertige
Elektronik-Baukästen gab es damals noch nicht, man musste sich alles
selber zusammen suchen. Als ich aufs Gymnasium kam, wurden von der Schule
aus Arbeitsgemeinschaften (AGs) angeboten. Ich machte bei der Computer-AG
mit und lernte auf dem Commodore 64 die Programmiersprache LOGO. Mit 13
Jahren bekam ich dann endlich meinen eigenen C64, mit 15 verkaufte ich
mein erstes Programm. Nach
der 10. Klasse entschloss ich mich, nicht mein Abitur zu machen, da es die
Fächerkombination, die ich gerne wählen wollte, so nicht gab.
Stattdessen machte ich eine Ausbildung zum Physikalisch Technischen
Assistenten. Während meiner Ausbildung lernte ich die Programmiersprache
C++, und das erste, was ich mit meinen neuen Programmierkenntnissen tat,
war das Rechnernetzwerk der Schule zu knacken (Novell-Netz). Der Admin
guckte ziemlich blöd aus der Wäsche, als ich mich vor seinen Augen mit
seinem Passwort einloggte ;-). In der Schule gab es viele technisch sehr
versierte Lehrer. Mein Physikalische-Chemie-Lehrer hatte die Idee, einen
Computergesteuerten Brutschrank für biologische Bakterienkulturen zu
bauen, und fragte mich, ob ich das nicht machen wolle. Glücklicherweise
veranstalteten die Bremer Stadtwerke damals einen Wettbewerb und suchten
junge Leute mit innovativen Ideen, so dass die Finanzierung des Projektes
gesichert war. Ich weiß nicht mehr genau, ob ich den Wettbewerb gewonnen
habe, jedenfalls kam mein Physikalische-Chemie-Lehrer auf die Idee, mich auch
bei Jugend-Forscht teilnehmen zu lassen (das war 1997). Eigentlich hatte ich
ja gar keine Lust dazu, und dementsprechend schlecht war auch meine
Präsentation am JuFo-Stand. Umso überraschter war ich dann, dass ich
gleich zwei Preise gewann: den ersten Preis Technik und den zweiten Preis
Energietechnik. Nach Jugen-Forscht begann ich mit meinem
Elektrotechnik-Studium an der FH Bremen. Nebenbei jobbte ich bei der Firma
Algo Vision und lernte, wie man Gerätetreiber unter Windows NT und Linux
programmiert. Für die Diplomarbeit habe ich zwar etwas länger gebraucht als
vorgesehen, aber dass ist ja auch kein Wunder, da ich zeitgleich mit dem
Design meiner CPU begonnen habe. Die Diplomarbeit konnte ich dennoch mit
der Note 1,0 abschließen. Von Juni 2002 bis Juni 2006 habe ich dann bei
einem großen Elektronik-Konzern in Bremen gearbeitet, und heute lebe und arbeite
ich im schönen Baden-Württemberg.
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